Amie DickePassive Drifter20/09/2008–
25/10/2008

Amie DICKE: Passive Drifter
September 20 – October 25, 2008
Opening: Saturday, September 20, 7 – 9 pm
“The harmony of soul and body – how much that is! We in our madness have separated the two and have invented a realism that is vulgar, an ideality that is void.”
-spoken by Basil Hallward, Oscar Wilde,
The Picture of Dorian Gray
Javier Peres is pleased to present “Passive Drifter,” a solo exhibition by Amie Dicke at Peres Projects, Berlin.
In 1891, the fictional Basil Hallward, the artist in Oscar Wilde’s novel The Picture of Dorian Gray proclaims the epigram above – a comment on what is at stake in art, and a perhaps vain search for deeper meaning in aesthetic pursuits. No stranger to this search, Amie Dicke investigates what it means to be trapped in surface – like models on fashion magazine covers, like ready-made objects turned art, or like Dorian Gray’s fate trapped in the surface of a painting.
Dicke’s fourth solo exhibition with Peres Projects consists of a new body of sculptural works and works on paper. Revealing her signature concern with the classical imagery and contemporary beauty ideals we are heir to, Dicke teases out many of the ambiguities and contradictions in these aesthetic clichés. The title, “Passive Drifter,” examines the process of making art, being a parasite or free-loader on a shared visual history, and in equally damning fashion, viewing art. The result is a complex aesthetic game that turns familiar images on their head, leaving the artist with a rich visual vocabulary all her own.
Stockings stretched, pinned and framed in the shape of a cross invoke both a sleekly rendered Golgotha and splayed legs presenting a non-existent crotch; Amie Dicke’s signature cut-outs – themselves violent deconstructions of female beauty and fashion – find their own expression in her cutout of a German map of colonial holdings from 1914, where the continents as we know them have been cut away to reveal sinewy strips of liquid-looking de-territorialized land. At once biomorphic and abstract, Amie Dicke’s works profit from the temporality and fragility of chance occurrence, passive drifting and non-form, while simultaneously embracing inspired corporeality.
Amie Dicke (b. 1978 Rotterdam, the Netherlands) lives and works in Amsterdam and will be present for the opening.
“Passive Drifter” will be on view at Peres Projects (Schlesische Str. 26, 10997 Berlin) through October 25, 2008. Hours: Tuesday through Saturday, from 11:00 A.M. to 6:00 P.M and by appointment. For further information or reproductions please contact Margherita Belaief at +49 30 6162 6962, or margherita@peresprojects.com. Passive Drifter has been made possible by the generous support of the Mondriaan Foundation and the Royal Netherlands Embassy.

GERMAN
Amie DICKE: Passive Drifter
20. September – 25. Oktober, 2008
Vernissage: Samstag, den 20. September von 19.00 bis 21.00 Uhr
Die Harmonie der Seele und des Körpers – wie viel das ist! Wir in unserm Wahnsinn haben die zwei getrennt und haben einen Realismus erfunden, der gemein ist, und einen Idealismus, der leer ist.
Basil Hallward, Oscar Wilde,
Das Bildnis des Dorian Gray

Javier Peres freut sich, Amie Dickes Einzelausstellung “Passive Drifter” bei Peres Projects Berlin zu präsentieren.
Im Jahr 1891 äußert ein fiktiver Basil Hallward, die Figur des Künstlers in Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray”, das oben erwähnte Epigramm, und kommentiert somit das Wagnis, das der Kunst innewohnt, sowie die vergebliche Suche nach der Bedeutung ästhetischen Strebens. Amie Dicke kennt diese Suche. Hier geht sie der Frage nach: Was heißt es, in der Oberfläche gefangen zu sein, wie ein Model auf der Titelseite einer Modezeitschrift, wie zu Kunst verwandelte Ready-made-Gegenstände oder sogar wie das auf der Oberfläche der Leinwand gefangene Gesicht des Dorian Gray.
Amie Dickes vierte Einzelausstellung bei Peres Projects zeigt neue Skulpturen und Papierarbeiten. Mit dem ihr eigenen Interesse an der Bildsprache des Klassizismus und an heutigen Schönheitsidealen, die unser Erbe und somit unser Schicksal sind, kitzelt Dicke die Ambiguitäten und Widersprüche dieser ästhetischen Klischees heraus. Der sich auf Quallen beziehende Titel der Ausstellung, „Passive Drifter”, evoziert Gedanken über das Kunstschaffen und, auf gleichsam verurteilende Weise, über die Betrachtung der Kunst: Parasit oder Schmarotzer sein, sich einer gemeinsamen Bildgeschichte bedienen. Es entsteht ein ästhetisches Spiel, das vertraute Bilder auf den Kopf stellt und den Arbeiten eine ausdifferenzierte und ganz eigene Bildsprache verleiht.
Strumpfhosen, die innerhalb eines Rahmens in Form eines Kreuzes gespannt und festgenagelt sind, rufen Assoziationen von sowohl Golgatha als auch gespreizten Beinen hervor, die anstatt des Geschlechtsbereiches lediglich Leere zeigen. Amie Dickes berühmte „Cutout” Bilder – ausgeschnittene Models aus Modezeitschriften, die gewalttätige Dekonstruktionen weiblicher Schönheit waren – finden neuen Ausdruck in einer zerschnittenen deutschen Landkarte zum Kolonialbesitz aus dem Jahr 1914. Hier sind die Erdteile zum Teil ausgeschnitten – an deren Stelle stehen nun sehnige, flüssige und verschmolzene entterritorialisierte Landstreifen. Zu gleichen Teilen biomorph und abstrakt profitieren Dickes Arbeiten von der Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit des Zufalls, des passiven Sich-Treiben-Lassens und der Nicht-Form, während sie gleichzeitig eingehauchte Körperlichkeit genießen.
Amie Dicke (geb. 1978 in Rotterdam) arbeitet in Amsterdam. Die Vernissage findet in Anwesenheit der Künstlerin statt.
„Passive Drifter” ist bis zum 25. Oktober bei Peres Projects (Schlesische Str. 26., 10997 Berlin) zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 11.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung. Für weitere Informationen oder Abbildungen wenden Sie sich bitte an Margherita Belaief (Margherita@PeresProjects.com, 030 6162 6962). Die Ausstellung wurde durch freundliche Unterstützung der Mondriaan Stichting und der Königlichen Niederländischen Botschaft ermöglicht.